Beruf, Betreuung, Benachteiligung

Warum Mütter mehr brauchen als Aktionstage

März ist der Monat, in dem Gleichstellung und Care-Arbeit besonders im Fokus stehen. Schauen wir Ende März also mal gemeinsam darauf.

Der Equal Care Day am 1. März erinnert uns daran, wie ungleich Sorgearbeit verteilt ist – und welche finanziellen Folgen das für Frauen hat. Mütter leisten den Großteil unbezahlter Care-Arbeit, was ihre beruflichen Möglichkeiten einschränkt und langfristig zu Einkommens- und Rentennachteilen führt. Nur wenige Tage später macht der Gender Pay Gap Day sichtbar, dass Frauen immer noch weniger verdienen – oft, weil sie für Familie und Kinder beruflich zurückstecken.

Wie passend, dass am 8. März auch direkt der Internationale Frauentag gefeiert wird und uns daran erinnert, dass viele Rechte von Frauen hart erkämpft wurden. Die aktuelle politische Lage erfordert, dass dieser Kampf auch in Zukunft nicht weniger herausfordernd wird. Frauen müssen noch stärker zusammenrücken.

Doch was bedeutet das konkret für Frauen, die trotzdem den Sprung in die Selbstständigkeit wagen?

Die Erfahrungsberichte aus unserem Mentoring-Programm „Business, Baby!“ zeigen, dass Mutterschaft und Unternehmertum eine herausfordernde Kombination sind.

Laura Catoni hat drei Teilnehmerinnen des Jahrgangs 2024 interviewt. Kathleen Mittler von House of Orange, Lisa Hanse von Liebes.nah und Susann Hinz von Personal-und Organisationsberatung erzählen von ihrer Leidenschaft für ihre Geschäftsideen – aber auch von fehlenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Vorurteilen gegenüber selbstständigen Müttern und finanziellen Unsicherheiten.

Viele Frauen starten mit weniger Eigenkapital als Männer, finden schwerer Investor\*innen und werden häufiger mit ihrem Business nicht ernst genommen.

Vereinbarkeit ist nach wie vor ein Problem

– und das nicht nur für Gründerinnen, sondern auch für angestellte Mütter. Flexible Arbeitszeiten helfen wenig, wenn keine Kita-Plätze da sind, wenn Business-Veranstaltungen größtenteils abends stattfinden oder Mütter vermehrt ihre Pläne zurückstellen, wenn z.B. Kinder krank werden. Ein eigenes Business ist kein Befreiungsschlag, wenn die strukturellen Hürden bestehen bleiben.

Es braucht mehr als symbolische Aktionstage.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf darf keine individuelle Herausforderung bleiben, sondern muss gesellschaftlich und politisch gelöst werden. Mütter, die gründen, brauchen bessere finanzielle Unterstützung, Zugang zu Netzwerken und eine Gesellschaft, die ihre Arbeit wertschätzt – egal ob bezahlt oder unbezahlt.

Lies hier den ganzen DNN Artikel inklusive Statement von Sandra Kleine, Projektleiterin aus dem Programm

Wir im Impact Hub Dresden werden auch oft angesprochen, ob es wirklich nochmal ein extra Inkubator-Programm für Frauen, insbesondere Mütter brauche. Wir sagen, ja. Es braucht so lange diesen Safe Space, wo kleine Kinder keine Störfaktoren sind, Verständnis für die jeweiligen Struggles da ist, statt Verurteilung und Ermutigung stattfindet, bis es gesellschaftlich weniger Benachteiligung gibt.

Wahre Gleichstellung bedeutet, dass Frauen nicht zwischen Beruf und Familie wählen müssen.

Kofinanziert von der Europäischen Union. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächischen Landtag beschlossenen Haushaltes
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